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Aktuelles

Wieder Weltklasse in Göppingen - Saisoneröffnung der Meisterkonzerte: Der Göppinger Kulturkreis feiert 70. Geburtstag und stellt in der Stadthalle sein neues Programm vor. Von Annerose Fischer-Bucher

Unser Weg ist die Qualität und wir feiern mit Freunden, zu denen die Künstler, Partner, Sponsoren, der Klavierstimmer und Sie gehören“, sagte Gerald Buß, Vorsitzender des Göppinger Kulturkreises, am Samstag in der Göppinger Stadthalle. Viele Mitglieder und Freunde waren zur Saisoneröffnung 2018/19 mit der Vorstellung der Programme für die zehn Meisterkonzerte und zum 70. Geburtstag des Kulturkreises gekommen.


Der ehrenamtliche Vorstand (Gerald Buß, Wolfram Hosch, Michael Wirkner, Ulrike Albrecht, Ilse Schaal, Volker Rendler-Bernhardt, Rainer Hasert) stellte nach einem kurzen Filmeinspieler mit Schlaglichtern aus den vergangenen siebzig Jahren die Künstler und das jeweilige Programm für die nächste Saison pfiffig-unterhaltsam vor, so dass der Satz von Buß, „Wir sind ein netter Verein“, keineswegs Makulatur blieb.


Damit jedoch die Musik nicht zu kurz kam, hatten die Macher die langjährigen Freunde, das Klavierduo Andreas Grau/Götz Schumacher, eingeladen, das zum Geburtstag gleich noch ein Konzert spielte und auch das letzte Meisterkonzert bestreiten wird. Im Foyer sorgte für die Einstimmung zum Feiern und zum lockeren Ausklingen das Ensemble Jazzico der Göppinger Jugendmusikschule.


Wie man lernen kann, den komplizierten Namen von Künstlern auszusprechen und das Aha der Zuhörer auf seiner Seite hat, dafür sorgte zu Beginn Michael Wirkner mit der Ankündigung des Klavierduos der Schwestern Khatia und Gvantsa Buniatishvili mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt. Künstler wie der tiefgründig musizierende Geiger Linus Roth, der 2007 wegen des Sturms Kyrill nicht anreisen konnte, und Rudolf Buchbinder aus dem Olymp der Klavierinterpreten, um den sich alle Welt reiße, den aber der Kulturkreis als alten Freund habe, folgten in der Ankündigung.


Das Calmus Ensemble, ehemalige Thomaner, die 2003 zuerst in Göppingen gewesen und inzwischen gereift seien – das junge, gerade durchstartende und von der Fachpresse gefeierte Aris-Streichquartett – die Klarinettistin Sharon Kam und das Rheinische Staatsorchester mit einem „American way of music“, dessen Gründung 1650 mit dem Göppinger Maientag zusammenfällt – der smarte französische Cello-Star Gautier Capuçon – Niels Mönkemeyer, der seine Bratsche interessant mache und mit seelenverwandten Freunden musiziert – die Geigerin Liza Ferschtman, die bei Wolfram Hosch eine platonische Liebe ausgelöst habe: Auf dieses Who is Who der internationalen Klassikszene darf der Kulturkreis zu Recht stolz sein, denn er wird Musikfreunden in der neuen Saison wieder einen unschätzbaren Reichtum an Musik bieten.


Diesen bot ebenfalls das Klavierduo Grau/Schumacher, indem sie in Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ in der Bearbeitung von Busoni das Fugenthema in seiner Verarbeitung durchsichtig-zart an die Oberfläche holten und dennoch kraftvoll nach vorne drängten. Ein blind sich verstehendes Zusammenspiel erlaubte den beiden Pianisten zudem, Introduction et Rondo a-Moll, opus 28, von Saint-Saëns in der Bearbeitung von Debussy, virtuos und dennoch musikalisch tiefgründig zu präsentieren.


Wer gedacht hatte, diese Virtuosität sei nicht mehr zu toppen, wurde durch die Raffinesse und extreme Impulsivität der Bearbeitung des impressionistischen Klangkünstlers Ravel von zwei Stücken aus Debussys „Trois Nocturnes“ überrascht. Grau und Schumacher setzten einen meisterhaften Abschluss eines außergewöhnlichen Abends, an dessen Ende die Künstler, der Vorstand sowie auch der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Kulturkreises, Ermbrecht Frentzel-Beyme, mit viel Beifall bedacht wurden.

 

Die Meisterkonzerte im Einzelnen
30. September: Khatia & Gvantsa Buniatishvili an zwei Klavieren, mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt 17. Oktober: Linus Roth (Violine) und Florian Uhlig (Piano) 20. November: Rudolf Buchbinder (Piano) 6. Dezember: Calmus-Ensemble (Vokalformation) 24. Januar: Aris-Quartett (Streichquartett) 27. Februar: Sharon Kam (Klarinette) mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie 19. März: Gautier Capucon (Cello) und Gabriela Montero (Piano) 5. April: Nils Mönkemeyer (Bratsche) & Freunde 15. Mai: Liza Ferschtman (Violine) mit der Philharmonie Zuidnederland 6. Juni : Abschlusskonzert mit Piano-Duo Grau/Schumacher

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Eppler: Europa muss eigenen Weg finden - Der Nestor der SPD sprach in Göppingen über sein neues Buch „Trump – und was tun wir?“ Von Annerose Fischer-Bucher

„Wenn wir Trump ernst nehmen, müssen wir unser Schicksal in Europa selbst in die Hand nehmen“, sagte der 92-jährige Erhard Eppler bei der Vorstellung seines neuesten Buches im voll besetzten Märklinsaal der Göppinger Stadthalle. Denn Amerika werde nach Trump ein anderes sein als vor ihm. Der Nestor der SPD gab vor der Buchvorstellung, „Trump – und was tun wir? – Der Antipolitiker und die Würde des Politischen“, zunächst eine kleine allgemeine Einführung in Politik und seine Einschätzung zur Politik Trumps. Ortsvorsitzende Hilde Huber hatte zuvor Ernst Birzele für 60 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt und las dann einen Abschnitt aus dem Buch zu Neoliberalismus und Marktradikalismus.


Eppler hielt dann eher einen Vortrag über aktuelle Tagespolitik und streifte mit viel Hintergrundwissen innen- und außenpolitische Themenfelder. Zum Streit in der GroKo über den Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen sagte er: „Wenn sich alle Parteien so benehmen würden wie die CSU, dann hätten wir einen verrückten Affenstall.“ Er machte einen längeren Exkurs zur Ukraine und zu Russland, das zu Europa gehöre, bevor sich eine lebhafte Diskussion entspann.


Europa müsse jetzt sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Dieser Aussage der Kanzlerin stimme er zu, so Eppler. Den Satz Merkels habe er im Buch auf seine Weise aufgenommen, indem wichtige Fragen neu zu durchdenken seien. Allerdings fehle bei Frau Merkel immer „Butter bei die Fische“.


Trump sei ein typischer Antipolitiker, weil er Politik verachte und Politiker beschimpfe. Es gehe ihm um Macht und Vorteile ohne Rücksicht auf internationale Verträge. Er drohe und erhebe den nationalen Egoismus zur Staatsräson, was gefährlich sei. In seinem Hass auf das Establishment – wer seine Meinung nicht teile, gehöre zu diesem und nur die eigenen seien das Volk – präsentiere er sich so, als ob er nur das Interesse Amerikas vertreten würde. Eppler stellte einen Zusammenhang her zur Rechten wie der AfD in Deutschland, die ebenfalls wissenschaftliche Erkenntnisse nicht anerkennen würden.


Wenn der Markt immer klüger sei als die Politik wie beim Neoliberalismus und beim Marktradikalismus, dann sei Politik im besten Fall überflüssig. Solange der Markt Trump die Millionen zuführe, sei er für ihn richtig. Mit bilateralen Verträgen wolle er dem jeweiligen Staat aber die Ergebnisse diktieren. In seinem Buch beschäftigt sich Eppler auch mit dem Phänomen des Narzissmus in der Politik, mit dem Geltungssucht und Brutalität ohne Rücksicht auf andere erklärt werden.

 

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