Vorsorgevollmacht + Patientenverfügung

Individualtermine jeden Dienstag / Mittwoch im Göppinger Bürgerhaus 1. Stock, rechts (Kirchstraße 11), 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr (2 x 1,5 Stunden Individual-Erfahrungsberatung).

Voraussetzung: Terminvereinbarung

mit Peter Kunze. - Tel.: 07161 68 31 55 bzw. E-Mail: gpkunze@t-online.de.

oder Petra Rothengaß, Tel.: 07161 53301 bzw. E-Mail petra.rothengass@gmx.de

Rechtzeitig vorsorgen: Jeder Mensch kann durch Unfall, Krankheit oder andere Ereignisse in eine Situation geraten, in der ein eigenverantwortliches Handeln und sinnvolle Entscheidungen nicht mehr möglich sind. Oftmals sind es auch Beschwerden des Alters, die selbstverantwortliches Handeln nicht mehr zulassen. Mit einer entsprechenden Vollmacht / Verfügung kann man aber Vorsorge treffen. Ergänzend ist eine Kontenvollmacht für alle bestehenden Konten sinnvoll. Die Bankinstitute verlangen dafür, hauseigenen Formulare auszufüllen. Empfohlen wird eine unbeschränkte Kontenvollmacht, die über den Tod hinaus gilt. Weitere Details können per Innenverhältnisregelung (Geschäftsbesorgungsvertrag) individuell gestaltet werden.

Vorsorgevollmacht (VV): Ich erteile einer Person meines Vertrauens eine Vollmacht für die Administration meines täglichen Lebensablaufs, falls ich nicht mehr selbst entscheidungsfähig bin!

Sobald Sie die Vollmacht unterzeichnet haben, ist diese gültig und kann von der Person, der Sie diese Vollmacht erteilt haben genutzt werden. Eine notarielle Verfügung ist nicht erforderlich, es sei denn die Vollmacht soll auch zum Erwerb oder der Veräußerung von Grundbesitz erteilt werden.

Patientenverfügung (PV): Der/die Vorsorgebevollmächtigte setzt meine Verfügungen durch, was Ärzte mit mir als Patient machen dürfen und was von mir ausgeschlossen ist (Basis: Mein Leben soll sich in Stille und Würde vollenden; es sollen keine lebenserhaltenden / lebensverlängerten Maßnahmen genutzt werden).

Eine Patientenverfügung kann jederzeit widerrufen werden. Es ist Aufgabe des Vorsorgebevollmächtigten, dem in der Patientenverfügung ausgedrückten Willen Geltung zu verschaffen. Deshalb sollte eine Patientenverfügung immer mit einer Vorsorgevollmacht kombiniert werden, andernfalls entscheidet ein gerichtlich bestellter Betreuer.

Hinweis zu Vollmacht / Verfügung: Es sollten nur max. zwei Personen ins Auge gefasst werden (falls einer ausfällt), die Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen und mit Ihren Lebensumständen gut vertraut sind. Bedenken Sie bei der Auswahl dieser Personen, dass es Ihnen nicht möglich sein wird, diese zu kontrollieren, wenn Sie in den Zustand eigener Hilflosigkeit kommen.

Die Rechtsvertretung ist durch die gesetzliche Betreuung (§ 1896 BGB) geregelt. Das Gesetz sieht nicht vor, dass an Stelle des Betroffenen automatisch der Ehegatte, der Lebenspartner, die Eltern oder die Kinder rechtsverbindliche Erklärungen abgeben dürfen!

Betreuungsverfügung (BV):
sollten Sie niemanden kennen, dem Sie eine Vollmacht erteilen können oder gute Gründe haben, eine gerichtliche Kontrolle vorzuziehen, dann verfassen Sie eine Betreuungsverfügung. Damit können Sie Vorsorge für den Fall einer Betreuungsbedürftigkeit treffen. Mit ihr nehmen Sie Einfluss auf die Auswahl der betreuenden Person und die Führung der Betreuung. Nehmen sie in die Betreuungsverfügung alles auf, was von einer eventuell zukünftig bestellten Betreuung beachtet werden soll.

Konkrete Zusammenfassung:

Wöchentliche Erfahrungsberatung zu Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung

Vorsorgevollmacht:

Eine mir vertraute Person soll mich durch Vorsorgevollmacht uneingeschränkt vertreten. Es soll keine gerichtliche Betreuungsverfügung für mich erfolgen. Sie legen selbst fest, wer für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Belange regeln kann. Mit einer Vollmacht kann eine gesetzliche Betreuung vermieden werden. Geben Sie diese Vollmacht nur einer Person, die Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießt und mit Ihren Lebensumfeld vertraut ist.

Patientenverfügung:

Mein Selbstbestimmungsrecht will ich auch in meiner letzten Lebensphase ausüben. Wenn sich ein Patient nicht mehr äußern kann, müssen die Ärzte bei der Behandlung den mutmaßlichen Willen des Patienten berücksichtigen, gemäß den Paragrafen 1901a bis e und 1904 BGB. Mit der Patientenverfügung dokumentieren Sie, wie Sie behandelt werden möchten, wenn Sie nicht mehr selbst entscheiden können. Bevor Sie eine Patientenverfügung erstellen, sollten Sie den Inhalt mit Vertrauenspersonen, zum Beispiel Angehörigen, Freunden oder Ihrem Hausarzt besprechen.

KURATIV:

Bewahren, behandeln, heilen, heilsam, heilkräftig

PALLIATIV:

medizinische Behandlung, keine aktive Heilung, lindern von Schmerzen, nachteilige Folgen reduzieren

Lassen Sie sich bei den Formulierungen von uns unterstützen, um eine eindeutige Vollmacht / Verfügung zu dokumentieren.

Ansprechpartner: Peter Kunze, Tel: 07161 683 155 (privat), Petra Rothengaß, Tel.: 07161 53301 (privat) oder 07161 650 5261 (Geschäftsstelle)

Internet: gpkunze@t-online.de ; info@ssr.gp.de ; https://www.ssr-gp.de/

SSR-Projektübersicht: https://www.ssr-gp.de/id-9-uni-der-generatonen-udg.html

Stadtseniorenrat Göppingen e.V.: Geschäftsstelle: Kirchstr. 11, 73033 Göppingen,

  1. Stock, rechts (hinterm Rathaus)

Was bringt eine Vollmacht?

Bei einer „Vollmacht“ denken viele an Entmündigung. Doch es lohnt sich, schon zu Lebzeiten einen Bevollmächtigten für die Finanzen festzulegen.
 
Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht für den Fall einer später eintretenden Geschäftsunfähigkeit oder Hilfsbedürftigkeit, eine andere Person mit der Wahrnehmung finanzieller und persönlicher Angelegenheiten zu bevollmächtigen.  Für Alter, Gebrechlichkeit, Krankheit oder Notsituationen ist das ideal. Die Vertrauensperson kann für den Betreffenden handeln, entscheiden und Verträge abschließen. Die Vollmacht gilt nur, wenn die Dinge nicht selbst bewältigt werden können. Sie kann dem Beauftragten entzogen oder inhaltlich verändert werden. Durch eine Vorsorgevollmacht lässt sich eine gesetzliche Betreuung vermeiden.  Am besten vom Notar beglaubigen lassen (kein MUSS)   
 
Ehepartner oder Kinder können nicht automatisch entscheiden. Der Unterzeichnende sollte für die Vollmacht eine Person wählen, die er gut kennt. Jemanden, der informiert, kooperativ und durchsetzungsfähig ist, und der es schafft, eine Entscheidung im Sinne des Betroffenen zu treffen. Es ist wichtig, dass der/die Bevollmächtigte erreichbar ist und jetzt schon Kontakte zu den späteren Ansprechpartnern hat. Hinsichtlich Arztes, Aufenthaltsort, Vermögen und Behörden ist diese sofort gültige Vorsorgevollmacht wichtig. Um ihr Durchsetzungskraft zu geben, sollte sie vom Notar beglaubigt oder beurkundet sein.  
 
Bei Grundstücksangelegenheiten ist das ein Muss. Eine Überprüfung ist nach einigen Jahren sinnvoll. Diese sollte durch eine Unterschrift mit aktuellem Datum bestätigt werden.    
 
Juristen sind Spezialisten, sie erstellen individuelle Urkunden und beraten über die Tragweite sowie Risiken. Sie stimmen die Vorsorgeurkunden mit anderen wichtigen, teils notariellen Verfügungen, insbesondere Testament oder Erbvertrag ab. Empfehlenswert ist es, eine Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht zu kombinieren. Ergänzend sollten Betroffene bei ihrem Kreditinstitut eine Kontovollmacht auf bankeigenem Vordruck hinterlegen. Mit dieser gewährt man Zugriff auf ein oder mehrere Konten: zum Beispiel dem Ehepartner, der Lebensgefährtin, den volljährigen Kindern oder einem Dritten. Die Kontrolle über das eigene Konto ist wichtig. Dennoch kann eine Kontovollmacht sinnvoll sein. Sie berechtigt den Bevollmächtigten als Stellvertreter, alles zu erledigen, was mit der Führung des Kontos in Zusammenhang steht. Dazu gehören Verfügungen über das Guthaben, die Nutzung eines bereits bestehenden Dispokredits und die Anerkennung oder Reklamation von Kontoauszügen und Rechnungsabschlüssen. Sofern er nicht eine Generalvollmacht hat, darf der Bevollmächtigte keine Untervollmachten vergeben. Er darf nicht das Konto kündigen, keine weiteren Konto- oder Kreditkarten beantragen oder den Rahmen des Dispokredits erweitern lassen.    
 
Die Vollmacht über das Konto gilt, sobald sie bei der Bank eingereicht wird, und zwar so lange, bis sie der Kontoinhaber widerruft. Wer eine Vollmacht erteilt, sollte prüfen, ob diese über den Tod hinaus gelten soll. Das ist wichtig und kann den Angehörigen später viel Ärger ersparen

Wofür brauche ich eine Patientenverfügung?

Für den Fall, dass Sie nicht in der Lage sind, Ihren Willen in Bezug auf eine medizinische Behandlung zu äußern (Bewusstlosigkeit, Koma). Fehlt eine Verfügung, handelt der Arzt nach Ihrem „mutmaßlichen“ Willen. Wie dieser lautet, bestimmten der gesetzliche Vertreter des Patienten. Dieser wurde entweder in den Vorwegen vom Patienten in einer Vorsorgevollmacht benannt (z.B. Sohn oder Ehepartner) oder er wird später vom Amtsgericht bestimmt.
Was regelt die Patientenverfügung?
Mit ihr legen Sie Art und Umfang diagnostischer oder therapeutischer Maßnahmen fest. Sie bestimmen, welche Behandlung Sie wünschen und welche nicht. Die Patientenverfügung ist für deutsche Ärzte und Pfleger bindend. Ihre Missachtung kann als Körperverletzung strafbar sein. Achtung: Im Ausland gilt die deutsche Patientenverfügung in der Regel nicht. Hier werden nur Verfügungen akzeptiert, die nach Landesrecht verfasst worden sind.
Was genau muss drinstehen?
Laut Bundesgerichtshof muss eine Patientenverfügung konkrete Entscheidungen enthalten. Die Formulierung „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ reicht nicht. Sie sollte die Lebenssituationen (z. B. Sterbephase, Endstadium einer unheilbaren Krankheit, Demenz) bestimmen. Und sie muss zu jeder einzelnen Maßnahme (z. B. Schmerzbehandlung, künstliche Ernährung, Wiederbelebung, Beatmung) Stellung nehmen.
Ist meine Verfügung dauerhaft?
Ja. Es ist jedoch sinnvoll, die Verfügung regelmäßig dahingehend zu überprüfen, ob Sie noch Ihren Wünschen entspricht und an Ihren Gesundheitszustand angepasst ist.
Kann ich das Formular alleine ausfüllen?
Ja. Das Justizministerium (www.bmjv.de) sowie die Landesärztekammern halten auf ihren Internetseiten Vordrucke und Formulierungshilfen zur Orientierung bereit. Experten empfehlen trotzdem, die Erklärung gemeinsam mit einem Arzt oder professionellen Beratern zu verfassen, die bei Einschätzung und Wortwahl behilflich sind. Wichtig: Eine Patientenverfügung kann nur berücksichtigt werden, wenn sie auch auffindbar ist. Erzählen Sie Ihren Vertrauenspersonen von der Patientenverfügung und teilen Sie den Aufbewahrungsort mit. Verstauen Sie einen beschrifteten Ordner an einem gut zugänglichen Ort und verstecken Sie ihn niemals im Safe. Außerdem kann es sinnvoll sein, einen Hinweis bei sich zu tragen, wo die Patientenverfügung aufbewahrt wird.
Müssen zwei Ärzte entscheiden, ob die Verfügung greift?
Nein. Ein Arzt genügt, er entscheidet immer gemeinsam mit dem gesetzlichen Vertreter des Patienten.
Kann ich meinen Willen ändern?
Ja. Der Widerruf einer Patientenverfügung ist formlos möglich. Er kann schriftlich, mündlich oder in Gesten (zum Beispiel Kopfschütteln oder -nicken) erklärt werden.

Anstehende Entscheidungen

- Meine Bevollmächtigten?

- Ich möchte so lang als möglich in meinen eigenen vier Wänden leben.

- Wenn ich nicht mehr in meinen eigenen 4 Wänden leben kann, möchte ich in Pflegeheim A, B oder C.

- Der Heimaufenthalt ist aus meinem Vermögen zu begleichen, bzw. anteilig zu begleichen.

- Beerdigung: Erd- oder Feuerbestattung

- Möglichkeiten:

- Bei der FriedWald GmbH in Wangen habe ich dafür einen Bestattungsplatz (Baum: XX) erworben.

- Ich möchte in einer Stele oder Kolumbarium bestattet werden

- Ich möchte im Familiengrab bestattet werden etc.

- Organentnahme:

Möglicher Text:

Im Falle meines Todes gebe ich meinen Körper oder Gewebe zur Organtransplantation oder Gewebeentnahme frei.