Schwäbisch als Herzensangelegenheit - Sprache - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hielt in der Göppinger Stadthalle vor 1000 Zuhörern ein flammendes Plädoyer für den schwäbischen Dialekt. Von Annerose Fischer-Bucher

Dass Winfried Kretschmann Schwäbisch schätzt und schwätzt, ist bekannt. Dass er von Anfang an – also bereits seit 17 Jahren – Mitglied des Fördervereins „Schwäbischer Dialekt“ ist, dürfte weniger bekannt sein. Und so war es nicht verwunderlich, dass der Förderverein zusammen mit der Göppinger Kreissparkasse, dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Hariolf Teufel auch dort im Vorstand ist, den baden-württembergischen Ministerpräsidenten zu einem Schwäbischen Abend eingeladen hatte.

 

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Mäßige Noten für die Einkaufsstadt -Innenstadt- In einer großangelegten Befragung schnitt Göppingen unterdurchschnittlich ab: Note 2,8. In den Augen der Besucher mangelt es besonders an Flair, an Parkplätzen und es fehlt ein Elektro-Markt. Von Arnd Woletz

Eine Drei plus ist zu wenig im Vergleich mit anderen Städten dieser Größenordnung“, sagte Einzelhandelsexperte Oliver Brimmers, als er die Ergebnisse der breit angelegten Studie „Vitale Innenstädte“ am Donnerstagabend im Göppinger Gemeinderat vorstellte. Die Stadt müsse vor allem an ihrem Ambiente und Flair arbeiten. Das müsse man sich über Jahre erarbeiten. So lautete eine der Empfehlungen des Experten. Es gelte, eine Stadtmarke zu entwickeln und die Stärken der klassizistischen Innenstadt herauszustellen. Kurzfristig könne Göppingen aber den Erlebnis-Charakter seiner City stärken und angesichts des Wandels im Einkaufsverhalten auch an der Digitalisierung arbeiten.

 

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Das Essen muss schmecken - Göppinger Wissensimpulse - Bestsellerautor Patric Heizmann räumt mit Mythen über Ernährung und Gesundheit auf. Von Annerose Fischer-Bucher

Selten war ein Vortrag so kurzweilig und lustig, fanden viele der 280 Besucher im Göppinger Kreissparkassenforum bei den Göppinger Wissensimpulsen zum Thema „Vitalität im Beruf“. Patric Heizmann, Ernährungsentertainer und Bestsellerautor, zog ein Feuerwerk ab – und das nur mit Worten und ohne mediale Begleitung Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und überraschende Vergleiche, die die Zuhörer goutierten, waren gepaart mit einem durchaus ernsten Kompass zu einer wünschenswerten Ernährung im Bezug auf Gesundheit, Wohlfühlen, Abnehmen und Bewegung. In einer affenartigen Geschwindigkeit leierte er zu Beginn gleich Dutzende Ernährungszeitschriften herunter, so dass er sofort die Lacher auf seiner Seite und die Problematik schon angerissen hatte.

 

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Avantgardistische Klänge - Werkstattkonzert - Das Duo Fusion mit Bassposaune und Marimbaphon glänzt mit einem außergewöhnlichen Format im Autohaus Müller in Donzdorf. Von Annerose Fischer-Bucher

Die beiden jungen Frauen, seit 2017 Stipendiaten der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, spielen erst seit einem Jahr zusammen. Was Maxine Troglauer (Bassposaune) und Vanessa Porter (Marimba und Percussion) bei ihrem Werkstatt-Kammerkonzert im Donzdorfer Autohaus Müller auszeichnete, war der Mut zu avantgardistischen Klangexperimenten. Dazu hatten sie mit ihrer ungewöhnlichen Kombination zweier Instrumente eine ungewöhnliche Location ausgewählt.



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Demokratie kann man erneuern und verbessern - Diskussion Eine Talkrunde in der Reihe „Blaue Coach“ geht der Frage nach unserer politischen Zukunft nach. Von Annerose Fischer-Bucher

In der Einschätzung der Ursachen der Gefährdung von Demokratie waren sich die beiden Referenten unter dem Thema „Ist Demokratie ein Auslaufmodell?“ weitgehend einig. Bei der Beantwortung der Frage waren sie jedoch tendenziell unterschiedlicher Ansicht. „Ich glaube nicht, dass Demokratie ein Auslaufmodell ist, aber sie könnte eines werden“, sagte Wolfgang Kessler, Chefredakteur von Publik-Forum, einer Zeitschrift mit Schwerpunkt auf kirchlichen, religiösen und gesellschaftlichen Themen.

 

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Leitartikel Karin Tutas zum Abschluss der NWZ „Gute Taten“ - Dank gilt allen Spendern - Auf die Leser der NWZ ist Verlass. Wieder einmal ist das Team der „Guten Taten“ in Verlag und Redaktion zutiefst berührt ob der überwältigenden Hilfsbereitschaft.

Jahr um Jahr steigt die Spendensumme der NWZ-Aktion und hat auch dieses Mal alle Erwartungen übertroffen. 251 369 Euro und zehn Cent waren zum Abschluss der 45. Auflage der Benefizaktion auf den Spendenkonten – mehr als eine Viertelmillion Euro. Dank der großen Spendenbereitschaft können nun 45 Projekte von 41 Einrichtungen, Organisationen und Vereinen unterstützt werden.


In die Freude mischt sich vor allem große Dankbarkeit gegenüber all jenen, die dieses Rekordergebnis möglich gemacht haben. Sehr erfreulich ist, dass neben der Vielzahl von Spendern, die kleine und größere Geldbeträge auf die Konten der „Guten Taten“ eingezahlt haben, sich auch Unternehmen und Geldinstitute mit namhaften Beträgen in die Spenderlisten eingetragen haben. Das zeigt, dass die heimischen Unternehmen sich ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl bewusst sind.


Einmal mehr begeistert aber vor allem der große zeitliche Einsatz, den viele Menschen erbringen, um die Förderung sozialer Projekte im Landkreis zu ermöglichen. Sie haben nicht nur das Spendenbarometer in die Höhe getrieben, sondern mit Theateraufführungen, Konzerten und anderen Aktionen viel Freude bereitet. Einige Akteure halten den „Guten Taten“ bereits seit Jahrzehnten die Treue. Dies zeigt nicht nur, wie fest die Aktion im Landkreis verankert ist, sondern ist auch ein Zeichen für gelebte Solidarität.


Viele wichtige Therapieangebote für kranke oder behinderte Menschen im Landkreis würden ohne die Spenden der NWZ-Leser nicht zustande kommen. Wohnungslose, Menschen mit geringem Einkommen, Rettungsdienste und Angebote in der Sozial- und Jugendarbeit können nun dank der finanziellen Zuwendungen unterstützt werden. Sie versetzen die Projektträger in die Lage, ihre unverzichtbare Arbeit fortzusetzen. Um wichtige soziale Strukturen im Landkreis zu erhalten und zu schaffen, bedarf es auch weiterhin vieler helfender Hände. Der Erfolg der 45. „Guten Taten“ stimmt zuversichtlich, dass dies auch mit der 46. Auflage der Aktion gelingen kann.

 

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Jubelnde Dankbarkeit - Benefizkonzert - Viel Beifall gab es für Zelenkas Votivmesse am Sonntag in der Oberhofenkirche. Das Barockwerk bestach durch die unverwechselbare böhmische Musikalität des Komponisten. Von Annerose Fischer-Bucher

Ein Epigone war er gewiss nicht, obwohl der Barock-Komponist Jan Dismas Zelenka (1679-1745) sämtliche Kompositionstechniken seiner Zeit wie Kontrapunkt, Generalbass, Fuge oder barocke Affektenlehre beherrschte. Und bei Lotti in Italien holte er sich noch eine gewisse italienische Eleganz. Sein Stil weist über seine Zeit hinaus, indem die Behandlung eines opernhaften Solistenensembles und die Einfügung in einen Chorsatz schon an Mozart denken lässt. Und seine manchmal gewagten Intervalle wie auch die überraschend abwärts laufenden Chromatiken wirken modern. Trotzdem bleibt Zelenka im Gesamtgefüge des Barock, jedoch mit unverwechselbarer böhmischer Musikalität.

 

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Schöner Tag ohne Nebenwirkungen - Gesundheit - Einen außergewöhnlichen Schminkkurs gab es in der Klinik am Eichert – Das Wohlbefinden krebskranker Frauen soll gesteigert werden. Von Annerose Fischer-Bucher

Risiken und Nebenwirkungen gibt es an diesem Nachmittag im 11. Stock der Klinik am Eichert für die zehn teilnehmenden Frauen nicht. In einem Besprechungsraum für besondere Anlässe, dem schönsten und höchsten Raum der Klinik, in den man nur über zwei Treppen gelangt, hat man durch die vielen Fenster einen fantastischen Rundblick. Die Sonne scheint herein und am großen Tisch gibt es Kaffee und Kuchen für die Gäste, die alle eine Krebserkrankung haben und in ambulanter Behandlung sind.

 

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Die Vesperkirche als kleiner Versuch von Gerechtigkeit – Bedürftigkeit - Ehrenamtliche gaben in Göppingen in sechs Wochen über 7.700 Essen aus. Von Annerose Fischer-Bucher

Eine große Familie auf Zeit sei die Vesperkirche in der Göppinger Stadtkirche gewesen, sagte Teilnehmerin Dorothea Voss, die sich im Namen der Gäste besonders bei Wolfgang Baumung und den Ehrenamtlichen bedankte. In einem kurzen Bericht erzählte sie von der Begegnung mit einer vereinsamten alten Dame, für die aufgrund des Engagements in der Vesperkirche der Kontakt zu ihrem Sohn nach mehr als 20 Jahren wiederhergestellt werden konnte.

Voss äußerte die Hoffnung, dass es die Vesperkirche auch im kommenden Jahr wiedergeben möge. 7.740 Essen waren in diesem Jahr ausgegeben worden. Eröffnung war am 6. Januar und der Abschluss fand nach sechswöchiger Dauer am Sonntag mit einem Gottesdienst statt.

Dekan Rolf Ulmer, zugleich Vorsitzender des Vereins Haus Linde, leitete den Gottesdienst unter dem Thema Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz. „Eine wertvolle Zeit mit Gesprächen, Anregungen und mit kleinen Zusammenstößen liegt hinter uns“, sagte er. Die Vesperkirche – eine der ältesten im Land – sei „ein kleiner Versuch, Gerechtigkeit auszuprobieren“. Reich und Arm bekämen dasselbe Menü. Der eine erlebe Dankbarkeit und der andere, dass er als Mensch wahrgenommen werde.

In das Zentrum seiner Rede hatte Ulmer einen Text aus dem Alten Testament gestellt, in dem der Prediger „vor einfachen und selbstsicheren Antworten“ warne. Einen Weg mitten in der Welt trotz aller Grenzen zu suchen, verbunden mit einer gemäßigten Ermahnung zu einem Pragmatismus ohne Fremdenfeindlichkeit und Hass, gebe der Text zu bedenken. Ulmer dankte für die Zeit der Nächstenliebe und wies auf die Unterschiede von viel Wohlstand und gleichzeitiger Bedürftigkeit hin, aus der eine Verantwortung gegen Ausgrenzung und Abgrenzung erwachse.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch der bisherige Gemeindediakon Christoph Alber verabschiedet, der am 1. Januar ganz zur Landeskirche gewechselt hat. Ulmer hielt eine kleine Laudatio auf Alber und der neue Diakon Wolfgang Ockert dankte Alber dafür, dass er Verantwortung für die Kollegen übernommen habe. Er überreichte ihm ein spritziges Getränk und einen Büchergutschein.

Wolfgang Baumung, Leiter des Hauses Linde, der Wohnungslosenhilfe im Landkreis, dankte dem Team des Hauses Linde, den 70 ehrenamtlichen Helfern, der Zentralküche der Wilhelmshilfe Bartenbach mit Klaus Dilgert, der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Oberhofen, den Pfarrern für die Mittagsgedanken sowie allen Spendern und Sponsoren.

Die musikalische Begleitung des Gottesdienstes hatte der Posaunenchor der Stadtkirchengemeinde Oberhofen übernommen und die zahlreichen Besucher freuten sich über das Menü zum Abschluss der diesjährigen Vesperkirche in Göppingen: Schwammerlsuppe, Zwiebelrostbraten mit Serviettenknödel und Rotkraut sowie Kaffee und Kuchen.

 

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