Positive Wirkung unverzichtbar - Soziales - Stadt Göppingen zeichnet beim „Tag des Ehrenamts“ verdiente Bürgervertreter, Blutspender und ehrenamtlich Engagierte in der Seniorenarbeit aus. Von Annerose Fischer-Bucher

Lassen Sie in Ihrem Engagement nicht nach“, sagte Oberbürgermeister Guido Till bei einer Feierstunde im Atrium des Göppinger Rathauses zum Tag des Ehrenamts, der seit 1985 von den Vereinten Nationen ausgerufen wird.


Für das gesellschaftliche Leben sei das Ehrenamt in seiner positiven Wirkung unverzichtbar, denn die Arbeit der Ehrenamtlichen könne vom Staat nicht bezahlt werden. Zudem gebe es nichts Gesünderes als das uneigennützige Engagement für andere, zitierte Oberbürgermeister Guido Till den Ulmer Psychoanalytiker und Buchautor Manfred Spitzer, denn dieser Einsatz verschaffe einem selbst Glück.

 

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Nicht mit simplen Tricks - Göppinger Wissensimpulse - Der Schauspieler und Experte Michael Rossié über versteckte Botschaften und unterschiedliche Ebenen in der menschlichen Kommunikation. Von Annerose Fischer-Bucher

Michael Rossié zog mit seinem „1x1 des Gesprächsklimas“ das Publikum im Sparkassen-Forum in seinen Bann: „Verhalten Sie sich einfach so, wie Sie sind.“

Die Veranstaltung im Göppinger Kreissparkassenforum war ausverkauft und die Zuhörer erlebten einen höchst unterhaltsamen Abend mit Michael Rossié, der als Schauspieler ganz in seinem Element war. Er faszinierte sein Publikum mit einer fantastisch variablen Stimme, indem er Alltagsgespräche, die jeder schon mal erlebt hat und die nicht zum gewünschten Erfolg führten, durch eine neue und bewusste Herangehensweise auseinandernahm.

Seine Botschaft: Rhetorik-Trainings bringen nicht viel, denn nicht das, was jemand sagt, ist entscheidend, sondern die Botschaft, die darunter liegt. „Verhalten Sie sich also einfach so, wie Sie sind, und sprechen Sie auch so.“ Bezugnehmend auf Paul Watzlawick, bekannt durch sein Buch „Anleitung zum Unglücklich sein“, unterschied Rossié eine Sachebene und eine Beziehungsebene in einer Aussage. Mit vielen Beispielen machte er deutlich, dass unter der Sachaussage eine ganz andere Botschaft stecken kann.

Wechseln Sie bei Aggression die Ebene.

 

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Klimawandel als Generationenfrage – Bildung - Die Göppinger „Uni der Generationen“ startet mit einem Vortrag von Professor Ralf Ludwig zur globalen Erwärmung und ihren Folgen ins neue Semester. Von Constantin Fetzer

Ein hochbrisantes Thema und ein renommierter Wissenschaftler sorgten gestern für eine volle Aula am Campus Göppingen der Hochschule. Professor Ralf Ludwig von der Universität München hat sich „Gedanken zwischen einem 1,5-Grad-Ziel und einem Klimakollaps“ gemacht. Mit seiner Vorlesung startete die Uni der Generationen ins nächste Semester.


Das Thema zum Auftakt hatte es in sich. Auch, weil das Thema oftmals sehr emotional diskutiert wird und er darum mit nüchternen Daten und Fakten Zusammenhänge aufzeigen wollte. Der Professor erklärte an zahlreichen anschaulichen Beispielen, Analysen und Diagrammen, wie sich das Klima in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten verändert hat. Anhand eines sensitiven Klimamodells erklärte er viele Erkenntnisse, die man – bei aller gesunder Skepsis an wissenschaftlichen Themen – als Fakten anerkennen müsse. Und die zeigten eine stetige globale Erwärmung aufgrund von menschlichen Einflüssen. „Die Wissenschaft hat sich in früheren Jahren immer wieder geirrt“, sagt Ludwig. Weil: Die eingetroffenen Werte seien noch dramatischer für die Klimaentwicklung, als man früher annehmen konnte.

 

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Vorbild mit hohem Engagement - Kirche Der evangelische Dekan Rolf Ulmer wurde gestern von seinem Kirchenbezirk Göppingen in der vollen Stadtkirche herzlich verabschiedet. Von Annerose Fischer-Bucher

Mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Empfang, ausgerichtet durch viele Ehrenamtliche, wurde gestern der evangelische Dekan Rolf Ulmer verabschiedet. Redner aus den Kirchen und Vertreter aus Landkreis und Stadt hoben das hohe persönliche Engagement und die profilierte Persönlichkeit des Dekans hervor, der nach elf Jahren in Göppingen in den Ruhestand geht.


Umrahmt wurden Feier und Gottesdienst mit viel ermunternder Musik durch das Bezirksbläserensemble und den Chor Joyful-Voices unter Gerald Buß, durch Klaus Rothaupt an der Orgel und durch ein Lied mit selbst gemachtem Text durch den Pfarrerschor mit Dekan-Stellvertreterin Kerstin Hackius. Und der scheidende Dekan bekam viele hübsche und sorgfältig ausgewählte Geschenke zur Erinnerung an die gemeinsame Zeit und für die Zukunft in seinem neuen Lebensabschnitt.


Prälatin Gabriele Wulz sagte, die Landeskirche habe Ulmer für seine 33 Dienstjahre sehr zu danken. Seine zähe und unerschrockene Haltung zu gruppenfeindlicher Menschenverachtung, die sportliche Herangehensweise des Sportlers Ulmer an die Aufgabe als Dekan und sein Vorbildcharakter, nüchtern zu sein und gerade so der Sache zu dienen, hätten ihn ausgezeichnet. Das Aushalten von Konflikten in schwierigen Situationen sowie klare Informationen bei Umgestaltungsprozessen hätten durch ihn zur Kultur des Bezirks gehört.


Nachdem Jens-Uwe Veil, Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode, die vielen Gäste und Ehrengäste begrüßt hatte, sprachen Landrat Edgar Wolff und Göppingens Oberbürgermeister Guido Till ebenfalls Grußworte. Trotz unterschiedlicher Aufgaben und Funktionen von Landkreis und Kirche gebe es zwischen beiden viele Schnittmengen bei den heutigen sozialen Herausforderungen, und beide arbeiteten für das Wohl der Menschen, so Landrat Wolff. Er dankte Rolf Ulmer, den er als authentisch, kritisch und verantwortungsvoll bezeichnete, für die von Respekt und Wertschätzung getragene Zusammenarbeit und nannte Beispiele wie das Haus Linde, die Vesperkirche oder die Notfallseelsorge. Ein offener, sympathischer und verlässlicher Mensch sei der scheidende Dekan gewesen, sagte Oberbürgermeister Guido Till und dankte für eine gemeinsame Wertorientierung. Er habe gerade gestanden in der schwierigen Zeit der Flüchtlingsarbeit und habe sich für den Erhalt der Stadtkirche erfolgreich eingesetzt, deren Fortführung durch die Stadtkirchenstiftung gesichert sei.


Der katholische Dekanskollege Martin Ehrler bedankte sich bei einem verlässlichen und wohlwollenden Partner für die Ökumene und für die Kooperation mit hohem persönlichem Engagement auf verschiedenen Feldern wie der Aktion Rückenwind oder der Klinikseelsorge. Ulmer habe mit einer deutlichen und klaren Stimme das öffentliche Leben mitgestaltet. Er sei mit Freundlichkeit offen gewesen für Neues, aber auch leidenschaftlich darin, unliebsame Dinge anzugehen.


Rolf Ulmer dankte für die vielen Worte, für die „Ermutigung, Unterstützung und Stärkung“, indem er seinen Konfirmandenspruch von 1971 theologisch und persönlich ausleuchtete. Auch in Zeiten des Abschieds sei Gott nahe, sagte der Dekan und verwies auf eine Stelle der Bergpredigt mit dem Hinweis auf Friedfertigkeit im Kontrast zu Hass und Fremdenfeindlichkeit. Er plädierte für den Einsatz des Verstandes, da Menschliches und Göttliches eng verschränkt und Fragen offenblieben. Ulmer verabschiedete sich, indem er allen „einen Mut machenden und stärkenden Zuspruch“ wünschte.

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NWZ / Zukünftige Meister in Göppingen - Konzert Leidenschaftlich, konzentriert, kunstvoll: Das Landesjugendorchester Baden-Württemberg überzeugt mit anspruchsvollen Werken in der gut besuchten Göppinger Stadthalle. Von Ulrich Kernen

Unter der Leitung von Nabil Shehata musizierte das Landesjugendorchester in großer Streicherbesetzung in der Stadthalle Göppingen: Unter anderem füllten 16 erste Geigen und ein „Wald“ von 8 Kontrabässen den riesigen Bühnenvorbau. Da konnte man aus dem Vollen schöpfen.


Dahinter, weit weg von Bühnenrand und Publikum, wurden die Bläser und das Schlagwerk platziert. Da hatten es die vorzüglichen Bläsersolisten mitunter nicht leicht, klanglich durchzudringen. Gelassen musizierend brachte das Orchester mit dem Choral zu Beginn der Ouvertüre „Romeo und Julia“ von Peter Tschaikowsky das Publikum zur Ruhe. Dann brach Kampf und Schmerz der verfeindeten Familien los. Mit rückhaltloser, jugendlicher Leidenschaft, gleichzeitig jedoch hochkonzentriert, warfen sich alle „ins Gefecht“. Das ging unter die Haut! Zart abgesetzt davon war das sehnsuchtsvolle Liebesthema von Romeo und Julia, in dem die klangliche Balance der Mitwirkenden immer besser wurde; auch die couragiert spielende Harfenistin fand darin ihren Platz.

 

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Ein Moderator mit Profil - Porträt Der evangelische Dekan Rolf Ulmer geht nach elf Jahren in Göppingen in den Ruhestand. Im Gespräch lässt er wichtige Stationen Revue passieren und blickt auch in die Zukunft. Von Annerose Fischer-Bucher

Er wollte sich nach acht Jahren Landesjugendpfarrer in Stuttgart nochmals verändern und wurde dann 2008 zum Dekan des Kirchenbezirks Göppingen, der mit 33 Gemeinden und 57 000 evangelischen Kirchenmitgliedern zur Prälatur Ulm gehört, gewählt. Und nun geht Rolf Ulmer zum 1. Dezember in den Ruhestand. Beim Gespräch in seinem Büro erzählt der Brückenbauer, dem „ein gutes Miteinander wichtig“ ist, zunächst aus seiner Biografie, lässt dann wichtige Stationen in Göppingen Revue passieren und gibt den Blick frei auf Persönlichkeit und Haltung.

 

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Eine Zeitreise in die Sechziger - Austausch Beim „Dialog der Generationen“ können die Besucher Geschichte hautnah erleben. Dieses Mal ging es um die 68er, ihre Ziele, aber auch ihre Irrtümer. Von Margit Haas

Geschichte nicht nur aus dem Geschichtsbuch, Geschichte hautnah hören von Menschen, die sie erlebt haben, die als Zeitzeugen ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen schildern – das ist die Idee des „Dialog der Generationen“. Seit mittlerweile zehn Jahren lädt der Stadtseniorenrat Göppingen zu dieser Veranstaltungsreihe ins Göppinger Bürgerhaus ein.


Schüler der Hermann-Hesse-Realschule und die Zeitzeugen ließen sich zunächst von Dr. Stefan Lang auf eine Zeitreise in die Sechzigerjahre mitnehmen. „Es wurde für eine offene und gleichberechtigte Gesellschaft gekämpft“, so der Kreisarchivar. Die Auswirkungen der gesellschaftlichen Umwälzungen „waren vielfältig und werden bis heute ganz unterschiedlich bewertet“. In vier Gesprächsrunden kamen Zeitzeugen und Schülerinnen und Schüler miteinander ins Gespräch.


Kaum mehr vorstellbar, dass es damals in den spärlichen Medien kaum Informationen über die studentischen Forderungen gab. „In den Wochenschauen erfuhr man am meisten“, erinnerte sich ein Göppinger. In der Schule waren weder die Unruhen noch das Dritte Reich thematisiert worden. „Wir haben die ältere Generation in Frage gestellt, aber nicht die eigenen Eltern“, so ein weiterer Senior. Und: „Wir haben gegen demonstriert, aber nicht für. Als es um gemeinsame Ziele ging, fiel die Bewegung schnell auseinander“, so ein Teilnehmer selbstkritisch. Eine Ruheständlerin stellt in der Rückschau fest: „Nicht alles war demokratisch bei den 68ern“. Eine andere ergänzt: „Wir Frauen sollten weiter Kaffee kochen und Texte vervielfältigen, während die Männer Reden schwangen.“


Schockiert sind alle, als sie hören, dass einem der Zeitzeugen von einem Passanten gesagt worden war, man hätte wohl vergessen, ihn zu vergasen. Alle Teilnehmer bekräftigen, dass die Zeit sie bis heute nachhaltig geprägt hat. „Das Wissen um die Euthanasieprogramme der Nazis hat meine Berufswahl bestimmt.“ Und: „Bis heute muss bei mir alles ausdiskutiert werden“, so eine Göppingerin. Auch Irrtümer werden bekannt. „Wir haben Ho Ho Ho Chin Minh gerufen, ohne genau zu wissen, worum es ging, sind mit den Mao-Bildern unterwegs gewesen und haben erst viel später erfahren, dass er ein Völkermörder war.“


Die Schüler wollen wissen, ob die Zeitzeugen an Demonstrationen teilgenommen hatten, ob sie Rudi Dutschke kannten, ob sie Drogen nahmen. Wie es mit der sexuellen Freizügigkeit war. „Sehr viel wurde in Frage gestellt. Das hat auch zu sehr viel Verunsicherung geführt.“ Sie hatten von der teilweise unrühmlichen Rolle der Polizei erfahren und den damals überwiegend autoritären Strukturen in den Schulen.


Dann dreht sich die Fragerunde. „Geht Ihr bei ,Friday for future’ auf die Straße?“, will ein Teilnehmer wissen. „Jeden Freitag ist zu viel“, so eine Schülerin. „Wir wollen lernen“, ergänzt ihr Nebensitzer. Ob es im Elternhaus Veränderungen im Konsumverhalten gebe, will ein anderer Ruheständler wissen. „Zum Teil“, ist die vage Antwort.


Einmal mehr ist es dem Stadtseniorenrat gelungen, Geschichte lebendig werden zu lassen und so den „Dialog der Generationen“ zu befördern.

 

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Mittel gegen den Schmerz: Bietet Natur Alternativen? Medizin Patientenforum der 22. Südwestdeutschen Schmerztage im Göppinger E-Werk informierte zu Cannabis, Capsaicin und Botulinumtoxin. Von Annerose Fischer-Bucher

Schmerzen sind ein Alarmsignal des Körpers und zeigen an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter sogenannten chronischen Schmerzen, die über Monate und Jahre hinweg andauern und sich verselbstständigen. Betroffene nehmen oft frei verkäufliche Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat ein. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr etwa 2000 Menschen einen leisen Tod als Folge der Medikamenteneinnahme, von denen in Deutschland jährlich 150 Millionen von etwa 800 Pharmaunternehmen verkauft werden.

 

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