Heimatgeschichte im Fokus Vorstellung Gewichtig in mehrfacher Hinsicht ist das jüngste Jahrbuch Hohenstaufen/Helfenstein der Geschichtsvereine des Landkreises. Von Margit Haas

Göppingen im Jah 1870, von Süden hergesehen (Ausschnitt). Rechts der Galgenberg mit ersten Gebäuden. Hans Mayer hat sich auf die Spu­ren des Göppinger Stadtquartiers und dessen Entwicklung gemacht. Repro: Kreisarchiv

Das Warten hat sich gelohnt: Das neue Jahrbuch „Hohenstaufen/Helfenstein“ des Geschichts- und Altertumsvereins Göppingen und des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen hat es in sich. Gewichtig ist es – buchstäblich, hat einen Umfang von 362 Seiten, wartet mit zahlreichen Bildern und Illustrationen auf. Es spannt einen weiten Bogen regionaler Geschichte und belegt einmal mehr eine mehrtausendjährige Kulturgeschichte zwischen Alb und Schurwald, an Fils und Lauter.

Zahlreiche Autoren aus der Region haben ganz unterschiedliche Themen aufgegriffen. Hans Boxriker beleuchtet die Geschichte seines Heimatortes Maitis im Mittelalter, der frühere Kreisarchivar Walter Ziegler taucht ein in das Leben der Anna von Schlat, die im 15. Jahrhundert lebte und an die ein prächtiges Grabmal in Bad Wimpfen in der Kirche des Dominikanerklosters erinnert.

Gleich mehreren Themen widmet sich sein Nachfolger Dr. Stefan Lang. Er betrachtet ein spätromanisches Keramik-Aquamanil – ein Gefäß zur Handwaschung – als Zeugnis der lokalen Elitenkultur in Göppingen um 1300, stellt neue Erkenntnisse zur jüdischen Ansiedlung in Großeislingen und anderen Orten der Herrschaft Hohenrechberg im 16. Jahrhundert vor und untersucht die Spuren, die eine Schiffskatastrophe 1849 im Filstal hinterlassen hat. Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher veröffentlicht mehrere Beiträge, zur Industriearchäologie in Eislingen ebenso wie zur Urnenfelderzeit in Drackenstein.

Der frühere Geislinger Stadtarchivar Hartmut Gruber schreibt über „Schubarts pädagogische Tätigkeit und aufklärerisches Wirken in Geislingen“, Wolfgang Brändle stellt den Drackensteiner Verschönerungsverein vor, der 1838 der erste seiner Art in Württemberg war. Elisabeth Fetzer blickt auf das Leben von Jugendlichen in den zwanziger Jahren und Steffen Seischab betrachtet am Beispiel des Unternehmens von Abraham Gutmann „Unternehmen und ihre neuen Herren 1938 – 1945“. Um die NS-Vergangenheit geht es auch im Aufsatz von Michael Kuckenburg. Er beleuchtet die braune Vergangenheit von Ausbildern bei der Bereitschaftspolizei. Hans Mayer, auf dem Galgenberg aufgewachsen, macht sich auf die Spuren des Göppinger Stadtquartiers.

Ein Forschungsprojekt zu den Römern zwischen Neckar und Alb wird vorgestellt, über erste Einschätzungen von archäobotanischen Funden am Göppinger Kornhausplatz informiert. Unter der Überschrift „Kulturgeschichtliche Streiflichter“ erscheinen zahlreiche kurze Beiträge, wird unter anderem aus der Arbeit der Göppinger und Geislinger Museen und Archive und der Geschichtsvereine berichtet und an verdiente und verstorbene Mitglieder wie Dieter Rockenbauch, Armin Beck, Thomas Dix und Rudolf Weidenbacher erinnert.

Band ist im Kreisarchiv erhältlich

Verkauf Hohenstaufen/Helfenstein. Das Historische Jahrbuch für den Kreis ist im Kreisarchiv auf Schloss Filseck und im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-87437-593-1).

Zurück