Firma mit Liebe zum Detail

Industriegeschichte Die Firma Bemo aus Uhingen stellt seit über 40 Jahren Miniaturbahnen her, deren Vorbilder auf Schienen im In- und Ausland unterwegs sind. Von Margit Haas

Geschäftsführer Volker Göbel zeigt eine Lok aus dem Sortiment der Firma Bemo in Uhingen. Die Tafel an der Wand hinter ihm informiert über die Unternehmensgeschichte.

Der Startschuss zur Fertigung des ersten Schmalspurmodells in Großserientechnologie fiel bei der Nürnberger Spielwarenmesse 1976 mit der Ankündigung der Drehgestelldiesellok V51/V52.“ Mit diesen Worten informiert das Uhinger Unternehmen auf seiner Internetseite über seine Geschichte. Gegründet hatten es der Konstrukteur Harald Göbel und die Gesellschafter Gunter und Martin Beuttenmüller sowie Wolfgang Schüler. Eine Tafel am Firmengebäude in der Stuttgarter Straße in Uhingen beschreibt die wichtigsten Stationen der 44-jährigen Firmengeschichte.

Vorbild für die Modellbahnen, die hergestellt werden, waren indes nicht die Züge, wie sie im Filstal verkehrten, sondern Schmalspurbahnen in den Spurweiten H0e/H0m. Vorbilder waren die Bottwartalbahn, das „Öchsle“, das zwischen Warthausen und Ochsenhausen verkehrte oder die Bahn zwischen Nagold und Altensteig. Später kamen sächsische Dampfloks hinzu.

Der heutige Schwerpunkt der Produktion gilt den Schweizer Meterspurbahnen wie der Rhätischen Bahn, die auf Teilstrecken zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Bekannte Züge wie der „Bernina-Express“, der „Glacier-Express“ oder der Panoramazug „Golden Pass“ sind fester Bestandteil einer umfangreichen Produktpalette.

Seit 1976 werden die Modelle in Kunststoff-Großserientechnologie in Uhingen gefertigt. Zur Abrundung eines ohnehin schon umfangreichen Programms werden einige für die Zugbildung wichtige Fahrzeuge trotz geringer Stückzahlerwartung in Zusammenarbeit mit einem ausländischen Partner produziert. Entwickelt werden die Modelleisenbahnen in Uhingen.

Im vergangenen Jahr waren Produkte des Hauses Bemo im Göppinger Stadtmuseum Storchen zu sehen. Im Begleitband zu einer Ausstellung findet sich ein ausführlicher Aufsatz zur Firmengeschichte. Er trägt die Überschrift Märklin und die Anderen – Spielzeugerfinder und -hersteller im Filstal. Er ist im Stadtarchiv Göppingen erhältlich sowie im Buchhandel.

Die Region beleuchtet die Vergangenheit

Initiatoren Die „Route der Industriekultur Filstal“ ist ein Projekt des Verbands Region Stuttgart. Ausführliche Informationen über Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Führungen stehen auf www.industriekultur-filstal.de

Stationen In unserer Serie haben wir die frühere Ebersbacher Konservenfabrik Kauffmann, die Uhinger Firma Allgaier, die Faurndauer Firma Beckh, den Eislinger Automobilzulieferer Mahle, das Eislinger Wasserwerk, den Plochinger Hafen und die Bahnlinie Stuttgart-Ulm vorgestellt.

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