„Uns läuft die Zeit davon“ - Vortrag Der Klimawandel und seine Folgen: Professor Stefan Rahmstorf aus Potsdam war bei der Uni der Generationen des Stadtseniorenrats zu Gast. Von Constantin Fetzer

Bekommen wir die Klimakrise noch in den Griff?“, diese Frage und der renommierte Wissenschaftler Professor Stefan Rahmstorf von der Universität Potsdam lockte auf ein Neues rund 200 Zuhörer zur Uni der Generationen an den Campus Göppingen der Hochschule Esslingen.

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„Die Zukunft liegt in unserer Hand“, mahnt der Klima-Experte während seiner Vorlesung. Es seien keine Vermutungen, sondern akute Messdaten, die zeigen, dass der Klimawandel vom Menschen beeinflusst ist. Die CO2-Mengen in der Atmosphäre haben sich ab dem 19. Jahrhundert drastisch erhöht, die für einen Anstieg der Temperaturen mit verantwortlich zeichnen. Der menschliche Beitrag sei so deutlich erkennbar.


Anhand von zahlreichen Schaubildern und Klimamodellen erklärte der Wissenschaftler im Detail und durchaus mit Anspruch, wie sich die globale Erwärmung in den vergangenen 20 000 Jahren – und insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten – verändert hat. Diese Daten zeigen: „Kein seriöser Wissenschaftler kann so am Klimawandel zweifeln“, sagt der Professor – er sei Fakt.


Eine Musterlösung, wie man die Klimakrise in den Griff bekommen kann, hat auch Stefan Rahmstorf nicht mit nach Göppingen bringen können. Aber Zahlen, die zeigten: „Uns läuft die Zeit davon.“ Die Klimapolitik müsse schneller vorangehen als bisher, auch oft lautstarke Skeptiker des Klimawandels seien nicht hilfreich bei der Umsetzung der wichtigen Ziele, wie sie 2015 in Paris von zahlreichen Ländern vereinbart wurden. Das Pariser Klimaziel, die globale Erwärmung „deutlich unter zwei Grad zu halten“, sei durchaus richtig und gut. Was die Länder dort vereinbart haben, sei sinnvoll. Es müsse aber umgesetzt werden. Mit dem Klimapaket, das die Bundesregierung jüngst beschlossen hat, sei dies jedoch keinesfalls möglich und Deutschland liege bei den Bemühungen um die Reduktion von CO2-Emissionen nur auf Platz 22 unter den OECD-Ländern. „Wir sind hier längst kein Vorbild mehr – andere machen es uns vor“, weiß Stefan Rahmstorf.


Ein eisfreier Sommer in den Polkappen ist absehbar und nur eine Frage von Jahrzehnten, viele werden diese noch erleben – mit Auswirkung auf unsere Wetterlagen. Schon jetzt hat die globale Erwärmung darauf Einfluss. Es seien nicht die Jahresmittelwerte und auch nicht einzelne Schwankungen, die den Menschen zu schaffen machen werden. Es seien vor allem die Wetterextreme: monatelange Hitze und Trockenheit auf der einen Seite. Auf der anderen Seite extreme Niederschläge, die schon in den vergangenen Jahren immer wieder für außergewöhnliches Hochwasser gesorgt haben. Das hänge alles miteinander zusammen.


Der Physiker rechnet ein globales Phänomen vor: Schaffen wir es, dass die Emissionen kurzfristig komplett reduziert werden, so erwarten die Wissenschaftler einen Anstieg des Meeresspiegels von etwa einem Meter bis ins Jahr 2300. Geht es so weiter wie bisher werden es wohl um die vier Meter sein – für Küstenregionen Existenzbedrohend. Dieses Experiment auszuprobieren, empfehle er im Sinne der kommenden Generationen aber freilich nicht.

Zukunft des Wohnens und Big Data


Kooperation Die Uni der Generationen ist eine Veranstaltung des Stadtseniorenrats – unterstützt von der Stadt Göppingen, der Hochschule Esslingen am Campus Göppingen sowie der Kreissparkasse und der NWZ.


Weitere Vorlesungen: 9. Dezember: „Die Zukunft unseres Wohnens“, Professorin Susanne Dürr von der Hochschule Karlsruhe. 13. Januar: „Big Data und Industrie 4.0“, Professor Peter Zeiler und Doktorand Marc Hönig Campus Göppingen der Hochschule Esslingen. Die Vorträge finden jeweils um 14 Uhr in der Aula der Hochschule Esslingen Campus Göppingen, in der Robert-Bosch-Straße 1, statt. Der Eintritt kostet 6 Euro.

 

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