„Alter hat Zukunft – Es liegt an uns!“ Großes Interesse am „Landesseniorentag 2019“ in Heilbronn

1.800 Seniorinnen und Senioren waren der Einladung des Landesseniorenrates Baden-Württemberg zum 34. Landesseniorentag am 5. Juni 2019 unter dem Motto „Alter hat Zukunft – Es liegt an uns!“ in die Eissporthalle nach Heilbronn gefolgt.

Ermutigung und Wertschätzung war diesmal der Grundtenor aller Redebeiträge. Wertschätzung für die vielen Seniorinnen und Senioren, die sich kommunal und familiär für ihresgleichen und die nachfolgenden Generationen engagieren. Alle Redner ermutigten sie, weiterzumachen, denn wer aktiv sei, bleibe länger gesund.

Professor Uwe Bähr, Vorsitzender des Landesseniorenrates, bedankte sich in seiner Begrüßungsrede ausdrücklich beim Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn für dessen Schirmherrschaft und betonte weiter, dass der Landesseniorenrat bereits zum vierten Mal hier Gastrecht genießen dürfe. 2,9 Millionen Menschen in Baden-Württemberg seien inzwischen über 60 Jahre. Für sie gäbe es Gelegenheit, weiterhin Verantwortung zu übernehmen. Dazu stünden 42 Kreisseniorenräte und 180 Orts- und Stadtseniorenräte in Baden-Württemberg bereit. Professor Bähr forderte deshalb noch mehr kommunale Seniorenvertretungen und eine rechtliche Sicherheit für sie. An die Politiker gewandt forderte er mehr Anstrengungen in der Bekämpfung der Altersarmut.

Artur Kübler, Vorsitzender des Kreisseniorenrates Heilbronn, betonte, dass Alter auch Freiheit mit sich bringe, dazu viel Lebenserfahrung. Deshalb seien wir keine Bittsteller und Leistungsempfänger, sondern weiterhin Leistungserbringer in der Familie und bei den nachfolgenden Generationen.

Harry Mergel stellte als Oberbürgermeister von Heilbronn seine Stadt als eine Kommune des generationenübergreifenden Miteinanders vor. Um der Einsamkeit, besonders im Alter, vorzubeugen, und aus Respekt vor den Menschen, die in der Vergangenheit den Grundstein dafür gelegt haben, dass Heilbronn eine lebenswerte Stadt sei.

Professor Dr. Wolf-Dietrich Hammann, Ministerialdirektor im Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, forderte die Zuhörer auf, das Älterwerden aktiv zu gestalten. Dazu gehöre auch, Ehrenämter anzunehmen. Doch unterläge nicht alles dem Gestaltungswillen der älteren Generation, hier sei die Politik gefragt. Als guten Ansatz sprach Professor Dr. Hammann von „Quartier leben“, dem Projekt, wo Generationen miteinander leben, sich gegenseitig helfen und aktivieren.

Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), ermutigte die Zuhörer, sich weiterhin in Gesellschaft und Familie einzubringen. Wer selbstbestimmt leben will, so Franz Müntefering, muss selbst bestimmt leben. Er erläuterte ausführlich, wie alte Menschen ihr Älterwerden selbst beeinflussen können und forderte eine Stärkung der Kommunen, damit sie das Pflegeproblem besser lösen können.

Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg, nannte den Quartiersgedanken aufgrund des demografischen Wandels einen wichtigen Ansatzpunkt.

Der Landesseniorenrat begrüßt ausdrücklich, dass die Landesregierung Mittel für die Wohnraumförderung im nächsten Landeshaushalt berücksichtigen wird, wie Professor Dr. Hammann in der Podiumsdiskussion erklärte. Weiterhin unterstützen wir die Landesregierung in ihrem Bemühen darum, dass Pflege auch für geringe Renten bezahlbar ist.

 

Der Landesseniorenrat Baden-Württemberg vertritt die Interessen von 2,9 Millionen Älteren im Südwesten. Er ist ein Zusammenschluss von 42 Seniorenräten der Land- und Stadtkreise sowie 39 Verbänden und Organisationen, die landesweit in der Arbeit für und mit älteren Menschen engagiert sind. Er versteht sich als unabhängiger und weltanschaulich neutraler Anwalt und Partner für die Belange aller Generationen und beteiligt sich aktiv an der Meinungsbildung politischer Entscheidungsträger.

Landesseniorenrat Baden-Württemberg e.V.

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